01.06.2026
Sommerkurs der Lawinen- und Suchhundestaffel
vom 29.-31. Mai 2026 unterhalb und auf der Petzen
Die zweieinhalb Tage des Sommerkurses sind hochintensive Tage im Auftrag der Vermisstensuche. Aus der Sicht der Hundearbeit ist die Vermisstensuche sehr aufwändig und anspruchsvoll. Große Suchgebiete, mannigfaltige Ablenkung und unklare Vermisstensituationen stellen hohe Ansprüche an die Konzentration der Hunde, an die strategische Einsatzplanung und an das taktische Geschick der Hundeführer. Und selbst wenn Junghunde relativ schnell Stöbersuche und Anzeige erlernen können, benötigt dessen Festigung, die Anzeige unbekannter Figurant:innen und die Motivation auch über längere, oft stundenlange Suchdauern noch manche weitere Jahre. Darüber hinaus sind unsere Hunde gefordert, sich auch im schweren und (hoch)alpinen Gelände sicher und eigenständig zu bewegen. Hund und Hundeführer müssen über eine überdurchschnittliche körperliche Kondition verfügen, die es ihnen ermöglicht, auch bei sommerlichen Temperaturen über viele Stunden im schweren Gelände aufmerksam und konzentriert zu suchen.
Während des Jahres wird in den Talschaften geübt. Am ersten Abend unterzogen sich die Hundeteams daher einer Einsatzüberprüfung durch die Landesausbilder, in das Suchverhalten des Hundes, die Anzeige am Vermissten, Motivation über längere Suchdauer und das taktische Geschick des Hundeführers beurteilt wurden. So konnten auch Bereiche festgestellt werden, die im weiteren Kurs und gegebenenfalls in der Folgezeit auch in der eigenen Talschaft bearbeitet werden sollten. Im Laufe des Samstags wurden diese Themen in den jeweiligen Ausbildungsgruppen individuell auf das jeweilige Hundeteam behandelt.
Ab 17.00 hatte die Talschaft Unterkärnten eine großangelegte Suchübung in teils schwierigstem Gelände organisiert. In 18 Suchgebieten waren 20 Figuranten zur Suche verbracht worden. Die Figuranten und Hundeteams wurden über die Echtzeit-Einsatzapplikation moPS koordiniert. Die Bergrettungsortsstellen St. Andrä-Lavanttal und Bad Eisenkappel sowie die FF Bad Eisenkappel stellten die Transportlogistik für Figurant:innen und Hundeteams. Zwei Feuerwehrdrohnen unterstützte in der Suche. Dass Vorbereitung und Übungsablauf dann so reibungslos und effizient abliefen, war dann doch beeindruckend, da uns die Schwierigkeit der Führung großer Gruppen aus dem Einsatz gut bekannt ist. Als Grund dafür sind wohl die gründliche, ja akribische Vorbereitung sowie die taktische Disziplin aller Beteiligten zu nennen. Die Hundeteams arbeiteten nach einem bereits langen Übungstag in schwierigstem Gelände bis in die Dämmerung. Solche einsatznahen Übungen mit für die Hunde unbekannten Figurant:innen und sehr langen Suchdauern bieten auch viel Lernmöglichkeiten zu Suchtaktik, Anzeige und "Lesen" des Hundes für die Hundeführer. Unser Dank und große Wertschätzung gilt der Talschaft Unterkärnten, der Bergrettung Eisenkappel sowie allen beteiligten Gruppen und Helfer:innen.
Kameraden der OS Bad Eisenkappel und St. Andrä-Lavanttal nutzten die Übung noch zu einer Bergungsübung aus schwierigstem Gelände bis in die späten Nachtstunden.
Den Sonntag konnten die Gruppen noch zur Behandlung kleinerer Entwicklungsthemen nutzen, die jedes Hundeteam für die weitere Sommerarbeit mit in ihre Talschaften nehmen konnte.
gg