09.08.2026
Drohnen, Hunde und Bergretter gemeinsam im Sucheinsatz
Die Bergrettung Villach hat am Freitagabend, dem 7. August, gemeinsam mit der Drohnenstaffel der Polizei, der Hundestaffel der Bergrettung und einem Bergrettungs-Drohnenpiloten der Ortsstelle Bad Eisenkappel eine Übung zur koordinierten Personensuche am Dobratsch durchgeführt. Mit dabei waren auch unsere Kollegen des Soccorso Alpino aus Friaul, Venetien und dem Trentino. Sie nutzten die Übung, um sich vor Ort anzusehen, wie unser Einsatzinformationssystem funktioniert und wie wir damit bei Sucheinsätzen arbeiten. Der gemeinsame Austausch und die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg standen dabei im Mittelpunkt.
Die Übungsannahme: Zwei Personen hatten sich im steilen Gelände der Südwand des Dobratsch verstiegen, der Kontakt zu ihnen war abgerissen. Die Einsatzkräfte suchten daraufhin mit drei Drohnen, drei Bergrettungs-Suchhunden sowie Bergretterinnen und Bergrettern aus Österreich und Italien die steilen Gräben unterhalb des Jägersteiges ab. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass jedes Suchmittel seine Stärken, aber auch seine Grenzen hat. Suchhunde sind schnell und sehr mobil. Weht der Wind allerdings in die falsche Richtung, können sie die Witterung einer vermissten Person nicht aufnehmen.
Drohnen können große Gebiete in kurzer Zeit absuchen und verschaffen den Einsatzkräften einen guten Überblick. Bei hohen Umgebungstemperaturen stößt allerdings auch die Wärmebildkamera an ihre Grenzen: Die Temperaturunterschiede zwischen Mensch und Umgebung können dann zu gering sein, um eine Person zuverlässig zu erkennen. In diesem Fall müssen die Drohnen im Sichtflug eingesetzt werden und gerade im dichten Unterholz ist dabei viel Aufmerksamkeit und ein geschultes Auge gefragt.
Bei der Bodensuche können Bergretterinnen und Bergretter Bereiche unter Bäumen und Büschen direkt kontrollieren und das Gelände genauer erkunden. Gleichzeitig ist die Suche zu Fuß langsamer und gerade im steilen Gelände mit Latschenwerk und Felsabbrüchen besonders anspruchsvoll.
Das Fazit der Übung: Am effektivsten ist die koordinierte Kombination aller verfügbaren Suchmittel. Wenn Hunde, Drohnen und Einsatzkräfte am Boden ihre jeweiligen Stärken ausspielen und ihre Suchgebiete aufeinander abstimmen, lässt sich ein großes und schwieriges Gelände möglichst effizient absuchen.
Noch besser ist allerdings, wenn es gar nicht erst zu einem Sucheinsatz kommen muss. Unser Rat für alle, die in die Berge gehen: Tour sorgfältig planen, Wetter und Verhältnisse prüfen, Ausrüstung kontrollieren und nur Touren unternehmen, denen man auch körperlich und technisch gewachsen ist.